Mußestunde No. 1

Über die Zeiteinteilung.

Das ist nun der neue Titel meines Newsletters: Mußestunde!

Ich hatte euch ja schon erzählt, dass ich herumprobiere mit einem Namen für den Newsletter, ich hatte euch auch schon den Schriftzug "frei und kreativ" gezeigt... Aber irgendwie war ich von allem - es gab noch mehr Ideen - nicht so restlos überzeugt. Und dann schau ich vor ein paar Tagen auf meinen Schreibmaschinenblog und sehe den Artikel über "Muße". Da dachte mir: Das ist es.
Muße, darum geht es doch bei allem Kreativen.  Und dann dachte ich noch so hin und her, und daran, dass mir schon ein paar Leserinnen (ja, IHR!) geschrieben haben, dass sie meinen Newsletter gerne ganz entspannt zu einer Tasse Kaffee oder Tee lesen.
Und da hatte ich den Titel:
Mußestunde.

Was sagt ihr dazu?


Heute geht es aber eigentlich um: Zeiteinteilung.


Einige von euch sagen jetzt vielleicht, uh, wie langweilig, Arbeitsorganistion oder was? Nein, nein, keine Angst, ich werde euch hier nicht mit Life-Hacks oder Mindset-Shifts oder sonstigem Business-Quatsch belästigen.

Es geht mir eigentlich mehr um die komplette Zeiteinteilung, im ganzen Leben, quasi. Und dazu gehört auch die Zeiteinteilung in der Arbeitszeit, bei mir zumindest.

Mit ist in den vergangenen Tagen und Wochen nämlich aufgefallen, dass ich meine Zeit irgendwie schlecht einteile. Wieder mal, eigentlich. Ich hatte darüber schon Anfang des Jahres kurz geschrieben, als mir drei komplett freie Tage vollkommen entglitten sind. (Also das wird mir so schnell nicht mehr passieren! )  Jetzt hatte ich aber noch eine weitergehende Erleuchtung: Darüber, wie ich die Tage so vor mir sehe.
Also die Arbeitstage.

Nämlich so:
Morgen. (Aufstehen, frühstücken, duschen, etc.)
Vormittag. (Arbeit.)
Mittagessen. (Mittagessen.)
Nachmittag. (Arbeit.)
Abendessen. (Abendessen.)
Früher Abend. (Kreativzeit.)
Späterer Abend. (Pure Entspannung.)

Die Tage sind also in so große Blocks eingeteilt. (Ist das bei euch auch so? Oder habe ich vielleicht eine spezielle Zeit-Einteilungs-Störung, vielleicht die Tempudivideritis oder so?) Gut, an sich ist das ja kein Problem, dann sind sie eben eingeteilt, so wie mein Jahr in Monate und Monate in Wochen und Wochen in Tage, vielleicht steht der Mensche an sich einfach auf sowas. Nein, das eigentliche Problem ist die Art der Einteilung! Wenn ihr euch den Tag genau anseht, gibt es nur einen Block, der mit "Kreativzeit" belegt wird, und das ist der zwischen Abendessen und "spätem "Abend - oder umgerechnet in mein Leben: etwa zwischen 19 und 20 Uhr.
Eine Stunde! Nur EINE Stunde halte ich in meinem Kopf dafür frei!

(Alle Eltern unter euch mit kleinen Kindern verdrehen jetzt natürlich die  Augen und sagen: Pf, EINE STUNDE, davon kann ich ja nur träumen - ich bin froh, wenn da das Zu-Bett-Geh-Drama nur eine Stunde dauert!
Und alle Festangestellten unter euch verdrehen jetzt natürlich die  Augen und sagen: Pf, EINE STUNDE, davon kann ich ja nur träumen - ich bin froh, wenn ich um 19 Uhr überhaupt schon zu Hause bin!
Klar, vollkommen klar, da habt ihr alle recht, da fühle ich vollkommen mit euch.)

Nur, der Witz an meiner einen kreativen Stunde ist ja: Ich kann mir meine Zeit theoretisch einteilen, wie ich will. Ich habe keine kleinen Kinder, ich bin selbstständig, ich bin also frei und ohne Zwänge oder Druck oder wasauchimmer. 

Und dann gebe ich mir selbst nur eine einzige Stunde! Das ist doch irre.

Meine Zeiteinteilung muss also besser werden. Strikter. Nein - anders. Ah! Entspannter.

Woran ich sicher nicht rücke, sind der Morgen, das Mittagessen und das Abendessen. (Ich sterbe vor Hunger, wenn ich nicht regelmäßig esse, keine Ahnung, warum.) Auch mit der "puren Entspannung" möchte ich nicht aufhören. Ich wusste jetzt spontan nicht, wie ich sie anders nennen soll, es bedeutet: Film anschauen, lesen, Musik hören, oder auch bald wieder was mit Freunden machen oder weggehen - vollkommen indiskutabel, das wegzustreichen, klar.

Ihr seht schon, wo das hinführt: Zu den Blöcken "Arbeit"!

Nun ist es so: Ich bin leider ein echter Pflichtmensch (die Betonung liegt auf dem Wort leider). Ich wäre wirklich gerne anders, so eine Art Lebenskünstler, sehr entspannt, mal auch etwas unzuverlässiger, mit so ein bisschen Scheißdrauf-Mentalität - aber noch krieg ich das nicht wirklich hin. (Die Betonung liegt auf dem Wort noch.) Ich denke also jeden Morgen, wenn ich mich in mein Arbeitszimmer setze, dass ich jetzt erst mal meine To-Do-Liste abarbeiten muss. Nein, noch schlimmer: Als allererstes rufe ich meine E-Mails auf! Wenigstens beantworte ich nicht alle sofort und gleich, aber ich lese sie alle und habe also noch mehr To-Dos auf meiner To-Do-Liste. 

Auf dieser Liste stehen überhaupt nur all jene Dinge, die ich für meine Aufträge erledigen muss, also fürs Geldverdienen. Ich verdiene mein Geld mit dem Schreiben, mit Artikeln undd Texten, also dreht sich alles darum: Themen finden, Themen anbieten, Anfragen beantworten, Interviewpartner suchen, rumtelefonieren, Interviews führen, und schreiben, schreiben, schreiben.

Hier muss ich kurz zwischendurch einwerfen: Ich mag meinen Job. Ehrlich. Kommt natürlich auch auf die Themen an, über die ich schreibe, aber je länger ich selbstständig bin, desto mehr schreibe ich die Sachen, die mir auch gefallen. (Dazu ein ander Mal mehr.)

Doch all diese Arbeit rund um das Geldverdienen ist halt nicht soooo kreativ. Vieles ist wirklich gar nicht kreativ, Weniges ist schon kreativ, aber nur auf der geistig-ideenhaften Kopf-Seite, nicht auf der ausführend-praktischen Hand-Seite .

Und am frühen Abend? Ist die Kreativität nicht immer da. (Überraschung.) Eigentlich sollte ich mich dann auf das Zeichnen und Basteln und Musizieren oder so stürzen - aber so ist es leider nicht. Oft bin ich dann irgendwie ausgelaugt. Hatte tausend Ideen tagsüber, aber jetzt am Abend keine Lust mehr, sie auszuprobieren.
Tja.
Saudoof ist das.

Dabei könnte ich ja eigentlich auch "mit Tusche zeichnen" tagsüber auf meine To-Do-Liste schreiben. Oder "eine Collage basteln". Oder "die neuen Wasserfarben ausprobieren". Oder "neues Video für meine Website machen" (siehe unten). Aber nein, all diese Dinge stehen nur so ganz theoretisch in der Kreativ-Zeiteinteilung.

Das soll, muss, darf sich jetzt ändern.

Heute (als ich dies schreibe, ist Mittwoch) habe ich mich schon extra am Vormittag hingesetzt und den Schriftzug Mußestunde ausprobiert. Und jetzt, am Nachmittag, habe ich diesen Text geschrieben. (Obwohl dieser Newsletter bei mir eigentlich unter "Kreativ" läuft, habe ich ihn dieses Jahr jedes Mal in den Arbeitszeit-Blöcken geschrieben - darauf bin ich wahnsinnig stolz, glaubt mir.) Das ist schon ein echter Fortschritt. So will ich das weiter machen: Auch tagsüber kreativ sein. Eben dann, wenn ich will. Und ganz besonders dann, wenn die Kreativität auch will.

Also: Ich halte euch auf dem Laufenden, wie das weiter läuft, mit meiner Zeiteinteilung.


Puh, das war mal wieder lang, oder?
Ich hoffe, nicht zu lang.
Aber dann erzähl ich euch heute noch nichts von meinem Video für die Website, sondern zeig euch nur ein super geheimnisvolles Foto:


Ach, und natürlich die Eisberge!
Keine Ahnung, wofür diese Website erschaffen wurde, aber sie ist wirklich entspannend: Iceberger.
Man zeichnet einen Eisberg, dann lässt man ihn los - und er schwimmt so, wie er in echt schwimmen würde.  Hört sich seltsam an?
Ist aber saucool! (Haha, im wahrsten Sinne des Wortes.)


So, das war's wieder für heute.

Wie immer:  Wenn ihr Lob, Fragen, Kritik oder Anregungen habt, meldet euch!

Wenn ihr dagegen  jemanden kennt, dem der Newsletter gefallen könnte, leitet ihn doch einfach weiter. (Und falls du ihn gerade zum ersten Mal siehst und er dir gefällt, dann kannst du ihn hier abonnieren.)

Also: Bis bald!